Interland-Cup 2008

Das deutsche Team gewinnt den Länderpokal

Von Patricia Schmitz

Der diesjährige Interland-Cup wurde vom 09.-11.10.2008 vom DRIV und dem Hessischen Rollsport- und Inlineverband im Landesleistungszentrum Darmstadt ausgerichtet. Unter der Leitung von Uwe Neumann verliefen die Planung sowie die Organisation hervorragend und erhielten viel Lob durch die internationalen Gäste.
Erfreulicherweise konnte der Gastgeber in diesem Jahr acht Nationen begrüßen, wodurch insbesondere die Entscheidungen in den jüngeren Kategorien spannender wurden. Neben dem Gastgeberland Deutschland haben Athleten und Athletinnen aus der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Italien, Spanien, Slowenien und Kroatien ihr Können gezeigt.
Bereits bei den jüngsten Teilnehmern in der Kategorie Minis zeigte der deutsche Nachwuchs, was er kann. Nach der Slowenin Ajda Tic konnte sich Meike Gangelhof (2. Platz) gegen ihre Teamkolleginnen Zi Wei Chen (3. Platz) und Alicia Vetter (4. Platz) behaupten. Leider musste Eva Schröder einige Stürze bei ihren Sprüngen in Kauf nehmen, so dass sich noch zwei Niederländerinnen vor Eva platzierten. Ein 7. Platz zum Abschluss unter 10 Teilnehmerinnen lässt aber für die Zukunft hoffen.
Die Wettbewerbe der Minis und Espoirs Jungen verliefen ohne deutsche Beteiligung.
Der sicherlich stärkste Wettbewerb wurde in den Kategorie Espoirs ausgetragen. Ein sehr hohes Niveau machte deutlich, dass der deutsche Nachwuchs viel arbeiten muss, um bei der internationalen Konkurrenz mithalten zu können. Die Spanierin Julia Figueroa Vila belegte Platz 1 vor der Slowenin Manca Capuder und Virginia Forcellese (Italien). Insbesondere die Spanierin überzeugte durch ihre Doppelrittbergerkombinationen sowie ihre extrem gerade Sprungachse. Auch in den Pirouetten überzeugten die drei Erstplatzierten. Als beste Deutsche belegte Jana Kirschstein Platz 4. Sie zeigte ebenfalls gute Leistungen und sprang alle Doppelsprünge mit vollständigen Umdrehungen, musste jedoch durch einige Unsauberkeiten bei den Landungen Abzüge in Kauf nehmen. Michelle Sander (6. Platz) zeigte ebenfalls eine anspruchsvolle Kür mit einer Vielzahl an Doppelsprüngen. Ziel ist es sicher, diese auf die volle Umdrehung zu bringen. Franziska Gladien (7. Platz) zeigte ein temporeiches jedoch zu einfaches Kürprogramm, in welchem neben dem Doppelsalchow und dem Doppeltoeloop keine Doppelsprünge zu finden waren. Den 8. Platz erlief sich Nathalie Leitl in der sicherlich starken Konkurrenz. Auch sie muss an Umdrehung und Sauberkeit dazugewinnen. Jedoch ist klar herauszustellen, dass sich die deutschen Teilnehmer gut in dem großen Teilnehmerfeld platziert haben und nun den Weg zur Spitze durch hartes Training verkürzen müssen.
Bei den Cadetten Mädchen ging Patricia Parcharidis nach einem tollen Kurzprogramm vor der Niederländerin Aylin Nederlof sowie der Spanierin Cristina Pardo Salmoral in Führung. Dicht gefolgt von den deutschen Mädchen Lena Bauer (4. Platz) und Viola Rampmeier (5. Platz). Franziska Gratzel musste sich nach dem Kurzprogramm mit dem 9. Platz zufrieden geben. Am darauffolgenden Tag stand die Kürentscheidung an. Als erste musste Franziska Gratzel ihre Leistung unter Beweis stellen. Nach einem Sturz bei der Doppellutzkombination zeigte sie eine ordentliche Leistung und drehte schöne Pirouetten. Sie konnte in der Abschlusswertung den 9. Platz halten. Lena Bauer stürzte leider mehrmals beim Doppellutz und Doppelflip. Sie musste im Endergebnis ihren 4. Platz des Kurzprogramms abgeben und rutsche auf Platz 8 ab. Patricia Parcharidis zeigte gute Leistungen und konnte bis auf einen Sturz gute Sprungkombinationen sowie verbesserte Pirouetten darbieten. Im Endergebnis konnte sie zwar den ersten Platz nicht halten, darf jedoch mit der Bronzemedaille sehr zufrieden sein. Für eine Überraschung sorgte Viola Rampmeier. Sie zeigte neben einem tollen Doppelrittberger und schönen weiteren Doppelsprüngen ein temporeiches und choreographisch anspruchsvolles Programm. Dieses gefiel nicht nur dem Publikum, sondern auch dem Wertungsgericht, so dass sie mit der Silbermedaille eine weitere Medaille für das deutsche Team gewinnen konnte. Verdient gewonnen hat in dieser Kategorie die Niederländerin Aylin Nederlof, welche neben ihrem grazilen Erscheinungsbild tolle und sichere Sprünge sowie ein weich gelaufenes Kürprogramm darbot.
Bei den Cadetten Jungen stellte sich Marino Bücherl dem Italiener Simone Bonaduce. Sowohl das Kurzprogramm als auch die Kürentscheidung konnte Marino durch saubere Sprünge und eine verbesserte Choreographie für sich entscheiden, sodass die deutsche Nationalhymne erstmals bei den Siegerehrungen zu hören war.
In der Kategorie Jugend Damen stellten die Sloweninnen sicher die härteste Konkurrenz für die deutschen Läuferinnen dar, da in dieser Kategorie keine Italienerinnen oder Spanierinnen an den Start gingen. Bereits nach dem Kurzprogramm ging die Slowenin Tina Sedej vor der deutschen Alina Jaschinski und gefolgt von zwei weiteren Sloweninnen in Führung. Vanessa Fernandes sowie Sina Ernst konnte sich gut in dem Teilnehmerfeld etablieren und belegte nach dem Kurzprogramm Platz 5 und Platz 7. In der Kürentscheidung zeigte sich Sina Ernst verbessert (Platz 6) und konnte die meisten Sprünge stehen. Leider waren noch oftmals zwei Füße bei den Landungen auf dem Boden. Vanessa Fernandes hatte in ihrem Kürprogramm etwas Pech. Neben einem unerlaubten Element gelangen ihr der Doppellutz sowie der Doppelflip nicht so, wie sie es kann. Dennoch konnte sie bei ihrer ersten internationalen Meisterschaft mit dem 7. Platz im Endergebnis zufrieden sein. Alina Jaschinski hatten in der letzten Einlaufgruppe drei Sloweninnen mit auf der Bahn. Alle zeigten Dreifachsprünge sowie den Doppelaxel, wobei die Sauberkeit sowie die technische Klarheit sehr zu wünschen übrig ließ. Alina zeigte hingegen ein leichteres jedoch überwiegend sauberes Kürprogramm, welches die Wertungsrichter höher bewerteten und mit dem 1. Platz belohnten.
Die Kategorie Junioren Damen war leider die am wenigsten besetzte Gruppe. Zwar nominierte der deutsche Verband seine Läuferinnen, es gab jedoch nur eine Konkurrentin aus der Schweiz. Janna Bülhoff ging als klare Favoritin an den Start und konnte sich sowohl nach dem Kurzprogramm als auch im Endergebnis mit Platz 1 behaupten. Sie konnte besonders auf die bereits zur Deutschen Meisterschaft wieder gewonnene Sicherheit in ihren Pirouetten sowie in den Sprüngen bauen. Isabel Rössler konnte ebenfalls gute Leistungen zeigen. Ihre Leistungsverbesserung zur vergangenen Saison ist klar zu sehen. Sie belegte sowohl nach dem Kurzprogramm als auch nach der Kürentscheidung den 2. Rang. Mona Lederbach hatte in ihrem Kurzprogramm Pech und musste die Konkurrenz an sich vorbeiziehen lassen. Doch wie ausgewechselt stellte sie sich mit einer schönen Choreographie, einer tollen Ausstrahlung und technisch sauberen Sprüngen und Pirouetten in der Kürentscheidung dar. Dafür wurde sie belohnt und konnte sich bis auf Platz 3 vorarbeiten. Kim Gerlach zeigte durchwachsene Leistungen. Leichte technische Unsauberkeiten und verpatzte Pirouetten bedeuteten am Ende Platz 4.
Nach einer langen Verletzungspause ging Christopher Katzer erfreulicherweise bei den Junioren Herren an den Start. Sichtlich nervös und verständlicherweise konditionell noch nicht wieder fit zeigte er jedoch ein gutes Kurzprogramm mit einem tollen Doppelaxel und einem Dreifachsalchow. Auch choreographisch hat er an Ausdruck dazu gewonnen. Auch in der Kürentscheidung konnte er sich gegen den Italiener Marco Geminiani durchsetzen und zeigte seine bereits wieder sicher eintrainierten Sprünge. Selbst die fehlende Kraft am Ende des Kürprogramms konnte den Sieg nicht gefährden.
Zwar verlief die Entscheidung der Senioren Herren ohne deutsche Beteiligung, doch konnten diese bei den Senioren Damen ihr Können unter Beweis stellen. Bereits nach dem Kurzprogramm konnte Sarah-Rebecca Becker mit ihren Dreifachsprüngen überzeugen und ging verdient in Führung. Auch Susann Falz sowie Josefine Melcher stellten sich gut dar und ging auf Platz 4 und Platz 6 in die Kürentscheidung. Tabea Finke belegte nach der Kurzkür den 9. Platz. Sie musste dann als erste deutsche Läuferin ihr Kürprogramm präsentieren. Leider stürzte sie bei beiden Doppelaxel-Versuchen und musste einige Sprünge über den Stopper abfangen. Dennoch gelang es ihr, den 9. Platz des Kurzprogramms zu halten. Auch Josefine Melcher gelang der Erhalt des 6. Platzes, indem sie neben einem wiederholten Doppelaxel eine schöne Dreifachsalchowkombination stand. Zudem konnte sie mit ihren sauber gedrehten Pirouetten überzeugen. Susann Falz lief eine tolle Kür und brachte neben dem Doppelaxel den Dreifachsalchow sowie den Dreifachtoeloop aufs Parkett. Auch das temporeiche Laufen brachten ihr viele Punkte ein. Leider hatte sie aufgrund der rechnerischen Ergebnisfindung etwas Pech und musste trotz höherer Punktzahl gegenüber der Drittplatzierten Isabel Repullo Morente aus Spanien mit Platz 4 zufrieden sein. Sarah-Rebecca Becker wollte natürlich versuchen ihre Führung zu halten, begann aber ihr Kürprogramm mit einem etwas unsauber gelandeten Doppelaxel. Doch der Dreifachtoeloop sowie der Dreifachsalchow gelangen ihr ebenso wie die Dreifachsalchowkombination. Lediglich die Pirouetten gelangen nicht wirklich gut. Dennoch hat sie mit ihrer Leistung überzeugt und sich gegenüber der zweitplatzierten Spanierin Meritxell Prat Riba klar durchgesetzt.
Bei den Senioren Herren ging kein deutscher Teilnehmer an den Start. Raphael Egli aus der Schweiz hingegen feierte sein 20-jähriges Jubiläum beim Interland-Cup und holte sich neben dem inoffiziellen Titel des Publikumslieblings für seine Elvis-Kür die verdiente Goldmedaille ab.
Im Senioren Paarlaufen ging das deutsche Paar Jasmin Halemba und Konstantin Hopp an den Start. Sie mussten sich der italienischen Konkurrenz durch Virginia Forcellese und Leonardo Romani stellen. Im Kurzprogramm schien das deutsche Paar große Schwierigkeiten bei den Hebungen zu haben und verpatzte diese beiden Pflichtelemente. Mit Platz 2 mussten sie sich der Kürentscheidung stellen. In der Kür lief einiges besser. Neben schönen Einzelelementen und gelungen Doppelsprüngen klappten die Paarlaufhebungen sowie die Paarlaufpirouetten gut. Sie haben sich ihren eigenen Wunsch erfüllt und konnten die Italiener durch ihr Kürprogramm überholen. Gold für das deutsche Paar!
Dank der guten Leistungen aller Beteiligten Sportlerinnen und Sportler hat es die deutsche Mannschaft erneut geschafft, den Länderpokal zu gewinnen. Dieser wurde von der Delegationsleiterinung Patricia Schmitz (geb. Stolzenberg)in Empfang genommen. Mit einer großartigen Laola-Welle wurde Patricia Schmitz mit dem Pokal von der Mannschaft in Empfang genommen.